Lehrkräfteeinstellungen und Personalplanung im BBS-Bereich 03.06.2026

    (Harry Wunschel) Das Bildungsministerium rechnet für das nächste Schuljahr mit 490 weniger Schülern, darum sollen von 93,5 freiwerdenden Stellen (z. B. durch Pension) lediglich 46,3 wieder neu besetzt werden. Der vlbs warnt, denn 46 BBS-Lehrkräftestellen für Neueinstellungen sind viel zu wenig! Es ist die geringste geplante BBS-Neueinstellungszahl, die in den vlbs-Aufzeichnungen vermerkt ist. Vor dem Hintergrund, dass jährlich etwa 100 BBS-Anwärterinnen und Anwärter mit Examen eine Stelle suchen, ist dies besorgniserregend. In den letzten 17 Jahren gab es bereits deutlich stärkere Schülerrückgänge, und die Anzahl der Neueinstellungen lag stets bei über 70. Zudem rechnet das Bildungsministerium künftig wieder mit steigenden Schülerzahlen und zunehmenden Pensionierungen. Jetzt schon an die Zukunft denken und entsprechend einstellen! Der vlbs appelliert an die neue Bildungsministerin, nicht blind in einen höheren Unterrichtsausfall hineinzustolpern.

    Nicht nur zu wenige Planstellen stehen zur Verfügung, gleichzeitig sollen in erheblichem Umfang geleistete Überstunden zurückgeführt werden. Allerdings erfolgte bisher diese Rückgabe der Anrechnungsstunden meist deshalb nicht, weil zu wenige andere BBS-Lehrkräfte zur Verfügung stehen und der Unterrichtsausfall nicht steigen soll. Daraus ergibt sich die berechtigte Frage: Wie soll dieser Abbau unter den aktuellen Rahmenbedingungen realistisch umgesetzt werden? Diese Entwicklung verdeutlicht aus Sicht des vlbs erneut den dringenden Bedarf, die personellen Ressourcen im BBS-Bereich auszubauen.

    Besonders kritisch bewerten wir zudem das Timing der Maßnahme. Die Information erfolgt kurz vor den Sommerferien – zu einem Zeitpunkt, an dem an vielen Schulen Einsatz- und Stundenpläne bereits weitgehend feststehen. Eine derart kurzfristige Mitteilung erschwert die Umsetzung erheblich und belastet die Schulen zusätzlich. Zugleich bleibt offen: Welche zusätzlichen personellen oder finanziellen Mittel stellt das Ministerium bereit, um den geforderten Abbau der Verrechnungsstunden überhaupt umsetzbar zu machen? Der Eindruck drängt sich auf, dass strukturelle und hausgemachte Probleme zunehmend auf die Schulen verlagert werden. Verantwortung wird delegiert, ohne gleichzeitig die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Aus Sicht des vlbs ist dies kein tragfähiger Weg, um die Herausforderungen an berufsbildenden Schulen nachhaltig zu bewältigen